Branchenfokus: Steuerliche Herausforderungen im Einzelhandel, Teil 1

  • 18.Juli 2014

In einem Deloitte-Bericht wird die aktuelle Lage in der Einzelhandelsbranche als beispiellose Umbruchphase charakterisiert. Bedingt durch diese Veränderungen ergeben sich neue steuerliche Herausforderungen für den Sektor. Viele Unternehmen reagieren mit Investitionen in die Automatisierung von Steuervorgängen, um eine effizientere Abwicklung zu gewährleisten und die entsprechenden Fachkräfte für anspruchsvollere Aufgaben freizusetzen.

In diesem Zusammenhang wächst bei Einzelhändlern das Bewusstsein, dass nicht alle Steuerautomatisierungslösungen gleich sind. Um die richtige Lösung zu finden, sollte man zunächst verstehen, welche Art von steuerlichen Herausforderungen es in der Branche überhaupt gibt. Auch sollten Steuer- und IT-Führungskräfte wissen, welche Fragen sie stellen müssen, um eine Lösung zu finden, die ihre Anforderungen erfüllen kann.Im ersten Teil dieses zweiteiligen Beitrags werde ich näher auf die genannten Herausforderungen eingehen, um dann im zweiten Teil auf spezifische Fragen einzugehen, die sich Experten stellen sollten.

Der anhaltende Wandel der Einzelhandelsbranche wird von vielen miteinander verbundenen Kräften angetrieben, darunter:

Fusionen und Übernahmen: Die Zahl der Konsolidierungen in der Branche hat in jedem der letzten drei Jahre deutlich zugenommen.Allein in den USA wurden von Januar bis Oktober des vergangenen Jahres im Einzelhandel Fusionsaktivitäten im Wert von 27 Mrd. USD abgewickelt – deutlich mehr als die 23 Mrd. USD an Aktivitäten, die laut dem Dienstleistungsunternehmen für Gewerbeimmobilien Cassidy/Turley im gesamten Jahr 2012 in den USA verzeichnet wurden. Diese Konsolidierungen bringen häufig neue Steuervorschriften und/oder Berechnungsanforderungen mit sich.

Globale Expansion: Einzelhändler suchen zunehmend nach neuen Märkten, insbesondere in Schwellenländern mit einer schnell wachsenden Mittelschicht. Diese Expansion stellt Unternehmen vor die Herausforderung neuer Steuerbehörden, Steuerberechnungen, Compliance-Anforderungen und Risiken.

Regulatorische Komplexität: Zusätzlich zu den erheblichen steuerlichen Herausforderungen, die sich aus der globalen Expansion ergeben, stehen Einzelhändler auch im Inland vor extremen Herausforderungen bei ihren Bemühungen, die immer komplexeren staatlichen und lokalen Steuervorschriften einzuhalten. Hierzu gehören: Schwierigkeiten in Verbindung mit der Besteuerung von Multi-Channel-Transaktionen, das Risiko von Betriebsprüfungen, das bei Geschäften mit hohem Transaktionsvolumen größer wird, einzigartige Compliance-Anforderungen, die mit speziellen Steuersätzen und -regeln der jeweiligen Gerichtsbarkeit verbunden sind, sowie laufende und sich häufig ändernde Compliance-Anforderungen.

E-Commerce- und Multi-Channel-Wachstum: Da das Wachstum des E-Commerce weiter anhält, müssen sich Einzelhändler nun darauf einstellen, dass immer mehr Verbraucher über ihre mobilen Geräte einkaufen. Diese Konsumenten shoppen nicht exklusiv in einem Kanal. Oft nutzen sie mehrere Kanäle, um eine einzige Transaktion abzuschließen. Zum Beispiel kann ein Käufer ein Produkt auf seinem Smartphone kaufen und später am Tag den Kauf in einer nahegelegenen Filiale abholen. Dieses Verhalten kann komplexe steuerliche Auswirkungen haben.

Technologische Komplexität: Viele Einzelhändler verwalten zahlreiche Informationssysteme, darunter mehrere Point-of-Sale(POS)-Systeme, E-Commerce-Systeme, Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Systeme und vieles mehr. Steuerdaten fließen durch viele dieser Systeme und Anwendungen und auch über eine wachsende Anzahl von Mobilgeräten, tragbaren Geräten und zugehörigen Technologien (z. B. Funkfrequenzerkennung, 3D-Druck und sogar Biometrie).

Diese Herausforderungen erschweren die Verwaltung jeglicher Formen von Steuern für Einzelhändler, weshalb die Wahl zuverlässiger Steuerverwaltungslösungen für die Automatisierung immer wichtiger wird. In meinem nächsten Beitrag werde ich noch einmal auf das Thema Technologielösungen für den Einzelhandel eingehen.

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Nancy Rieti

Ehemalige Product Line Leader

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Nancy Rieti war als Product Line Leader bei Vertex für die Entwicklung von Service- und Marktstrategien zur Optimierung der SaaS-Bereitstellung verantwortlich. Insgesamt war sie knapp zehn Jahre lang bei Vertex in führenden Rollen im Bereich strategisches Marketing und Produktmanagement für Steuertechnologie tätig. Rieti verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen Einzelhandel, Finanzen und Merchandising bei mehreren Unternehmen der Forbes Global 2000, wo sie für die Steigerung des Unternehmenswerts durch strategisches Marketing für Produkte und Dienstleistungen verantwortlich war sowie die Entwicklung des Großkundengeschäfts unterstützte. Rieti hat einen Bachelor-Abschluss von der Seton Hall University und einen MBA von der Rutgers University.

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