Eine temporäre Steuerbefreiung, die niemand will

A busy city street, filled with a blur of people crossing at the crosswalk.

Wenn Sie eine Autoreise quer durch das Land unternehmen würden, mit dem Ziel, Ihre Verkaufssteuer-Belastung zu maximieren, wie sähe dann Ihre Reiseroute aus?

Kalifornien wäre ein guter Ausgangspunkt. Dort würden Sie 79,6 Cent pro Gallone an Bundes- und Staatsverbrauchssteuern auf Benzin ausgeben (die höchsten im Land), bevor Sie eventuell gen Norden nach Washington fahren, um Spirituosen für die Feiertage zu kaufen (besteuert mit stolzen 36,98 USD pro Gallone, ebenfalls ein Höchstpreis in den USA). Als Nächstes könnten Sie gen Osten nach Minnesota fahren, um sich mit E-Zigaretten zu versorgen (besteuert mit 2,49 USD/ml), bevor Sie nach Louisiana weiterfahren, um – nun ja, so ziemlich alles andere zu besorgen. Der Bundesstaat Louisiana erhebt mit 10,11 % die höchste kombinierte staatliche und durchschnittliche lokale Verkaufs- und Gebrauchssteuer des Landes.

In Bezug auf die Verkaufssteuerbelastung teilen sich Washington, Alabama, Tennessee und Kalifornien laut dem State Tax Competitiveness Index 2026 der Tax Foundation den zweiten Platz hinter Louisiana, durch die Erhebung „hoher [Verkaufssteuer]-Steuersätze und die Besteuerung eine Reihe betrieblicher Vorleistungen, wie Versorgungsleistungen, Dienstleistungen, Herstellung und Leasing und die Beibehaltung relativ hoher Verbrauchssteuern“.

Der Bericht ist beeindruckend – auf 118 Seiten werden ausführliche Bewertungen darüber präsentiert, wie gut die Bundesstaaten ihre Steuersysteme strukturieren, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Viele dieser Bewertungen enthalten offene und gut begründete Kritikpunkte, wie zum Beispiel: „In Ermangelung von Reformen zur Erweiterung der Bemessungsgrundlage haben die Bundesstaaten stattdessen auf Steuersatzerhöhungen zurückgegriffen, um den Anteil der Verkaufssteuer innerhalb der Bemessungsgrundlage aufrechtzuerhalten …“

Der Wettbewerbsfähigkeitsindex bewertet die Struktur (und die Steuersätze) der Körperschaftsteuern, der Einkommensteuern, der Verkaufssteuern und der Gebrauchssteuern, der Grundsteuern und der Arbeitslosenversicherungsbeiträge jedes einzelnen Bundesstaats.

Top 10 versus letzte 10

Die Tax Foundation erstellt diesen Index seit über zwei Jahrzehnten. Im letzten Jahr wurde die Bewertungsmethodik aktualisiert, um wesentliche Änderungen in der bundesstaatlichen Besteuerung widerzuspiegeln, einschließlich Steuern auf digitale Werbung, die Anforderungen an Fernverkäufer nach Wayfair und sich ändernde Verbrauchssteuerstrukturen. Der Index enthält bundesstaatliche Zusammenfassungen, die beachtenswerte Steuercode-Merkmale einbeziehen, de Kontext für die Wettbewerbsfähigkeit jedes Bundesstaates und detaillierte Beschreibungen spezifischer Reformen hervorheben, von denen die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit einzelner Bundesstaaten verbessert würde. 

Zu den Bundesstaaten, die im Ranking der Wettbewerbsfähigkeit 2026 an der Spitze stehen, gehören:

  1. Wyoming
  2. South Dakota
  3. New Hampshire
  4. Alaska
  5. Florida
  6. Montana
  7. Texas
  8. Tennessee
  9. Idaho
  10. Indiana

Zu den am wenigsten wettbewerbsfähigen Staaten gehören: 

  1. Hawaii
  2. Vermont
  3. Massachusetts
  4. Minnesota
  5. Washington
  6. Maryland
  7. Connecticut
  8. Kalifornien
  9. New Jersey
  10. New York

Die Bundesstaaten mit der höchsten „Wettbewerbsfähigkeit“ verzichten in der Regel auf eine wichtige Steuer. South Dakota und Wyoming erheben beispielsweise weder Körperschafts- noch Einkommenssteuern. Idaho und Indiana erheben jedoch alle wichtigen Steuern und rangieren dennoch unter den Top 10. Auf der anderen Seite des Spektrums werden die am wenigsten wettbewerbsfähigen Bundesstaaten in der Regel mit mehreren Strafen für hohe Steuersätze sowie komplexen Steuerstrukturen in den Bereichen Unternehmens-, Einkommens- und Grundsteuern belegt.

Diese Art der Analyse erläutert, warum politische Entscheidungsträger den Index zur Bewertung ihrer Steuergesetze verwenden. Es ist außerdem eine aufschlussreiche Ressource für die Reiseplanung. Wenn Sie eine steuerlich günstigere, wenn auch ineffiziente Autoreise unternehmen möchten, könnten Sie versuchen, Benzin in Alaska, Hawaii oder New Mexico zu kaufen, Spirituosen (und Bier) in Wyoming, Zigaretten in Missouri und alles andere in Montana. Der Bundesstaat Montana hat keine staatliche Verkaufs- und Gebrauchssteuern.

Autor des Blogs

Larry Mellon ist Tax Director im Chief Tax Office. Dabei stellt er Daten zur Verfügung, agiert als Vordenker und sorgt für kundenorientierte Ausrichtung bei den Unternehmensfunktionen von Vertex. Damit wird die kontinuierliche Expansion der Lösungen für indirekte Besteuerung von Vertex unterstützt und die allgemeine Unternehmensstrategie bereichert. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen korrekte Umsatz- und Gebrauchssteuer-Angaben, Risikobewertung, gerichtliche Prüfungen, Verwaltung und Management sowie Mehrwertsteuer-Angaben. Herr Mellon kam 2005 als Sales and Income Tax Supervisor zu Vertex und ist seit 2012 als Tax Manager tätig, wo er eine entscheidende Rolle bei der Steigerung und Weiterentwicklung unserer Steuerverwaltungsangebote gespielt hat.

Bevor er zu Vertex kam, war er als Senior Tax Accountant und Property Tax Manager bei Foamex International, Inc. tätig, einem Hersteller und Vermarkter von Schaumstoff aus Polyurethan und hochentwickelten Polymeren. Herr Mellon hatte außerdem mehrere Funktionen bei The Franklin Mint inne und ist Mitglied des Institute of Professionals in Taxation (IPT).

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