Navigieren dringender globaler E-Invoicing-Vorgaben: Regulatorische Warnung Mai 2026

Vertex Inc. Tax Solutions

Der Mai war ein wichtiger Monat für das e-invoicing. Das lag nicht an einer einzigen Ankündigung, sondern an der Anzahl der Märkte, die sich gleichzeitig bewegten. In Europa, dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika gingen die Regierungen von Konsultationen, politischer Konzeption und hochrangigen Roadmaps zu etwas viel Konkreterem über: technische Spezifikationen, gestaffelte Fristen, Anbieterpflichten, Meldevorschriften und Durchsetzungsfristen. Die wichtigste Botschaft, die man aus diesem Monat mitnehmen kann, ist folgende: Das Planungsfenster schließt sich und die Märkte bewegen sich nicht mehr im Gleichschritt, was bedeutet, dass Prioritäten jetzt genauso wichtig sind wie das Bewusstsein.  

Seit Beginn des Jahres stellen wir zunehmend fest, dass das e-invoicing für Unternehmen zu einer praktischen Implementierungsherausforderung wird, wobei die Steuerbehörden festlegen, was geschehen muss, wann es geschehen muss und wie die Systeme funktionieren sollen.  

Spanien war eines der deutlichsten Beispiele. Nach monatelanger Erwartung veröffentlichte die spanische Steuerbehörde Seminarunterlagen zur öffentlichen elektronischen Rechnungslösung SPFE und bestätigte, dass diese ausschließlich mit der an EN 16931 ausgerichteten UBL-Syntax arbeiten wird. Die Aktualisierung bestätigte auch die Verwendung von „originalgetreuen Kopien“, die an SPFE gesendet werden müssen, wenn Rechnungen außerhalb der öffentlichen Lösung ausgetauscht werden. Zudem wurden gestaffelte Termine festgelegt, die von Oktober 2027 für große Unternehmen bis Oktober 2029 für bestimmte Zahlungsverpflichtungen reichen. Dies ist nicht nur eine politische Vorgabe, sondern gibt den Unternehmen auch ein technisches Modell und einen Zeitplan an die Hand, mit dem sie planen können. 

Auch Frankreich hat seine Rahmenbedingungen weiter verfeinert (die Regeln stehen hier nicht mehr zur Debatte - nur noch die Details). Mit der Veröffentlichung der technischen Spezifikationen Version 3.2 wurde der Rahmen für die elektronische Rechnungsstellung und das elektronische Berichtswesen detaillierter ausgearbeitet. Dazu gehören Änderungen im Zusammenhang mit dem Finanzgesetz 2026, erweiterte Erwartungen an das elektronische Berichtswesen, strengere Richtlinien für die Sammellübertragung, Verpflichtungen zur Migration von Plattformen und erzwungene Interoperabilitätserwartungen für den Fall, dass Plattformen nicht direkt verbunden werden können.

Der wichtige Punkt ist, dass Frankreich die Debatte darüber, ob die Reform stattfinden wird, nicht neu eröffnet. Es präzisiert die Regeln, die Unternehmen und Plattformen befolgen müssen, wenn der Zeitplan für September 2026 näher rückt. 

Auf EU-Ebene sorgte das ViDA-Umsetzungsprogramm 2026 der Europäischen Kommission für zusätzliche Sicherheit. Das Programm sieht die Veröffentlichung des EU-Standards für die elektronische Rechnungsstellung im zweiten Quartal 2026 vor, eine Durchführungsverordnung der Kommission für die Anforderungen an die digitale Berichterstattung im dritten Quartal 2026, zentrale MIAS-Arbeiten im dritten Quartal 2026 und im ersten Quartal 2027 sowie Elemente, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Mit anderen Worten: ViDA geht von der Ambition in die Umsetzungsplanung über und die Mitgliedsstaaten beginnen, ihre nationalen Aktivitäten auf diese Richtung auszurichten.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt sich ein ähnliches Muster. Das Finanzministerium verlängerte die Frist für die Ernennung eines akkreditierten Dienstleisters vom 31. Juli 2026 auf den 30. Oktober 2026 für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen AED (fast 14 Millionen USD), beließ es aber beim obligatorischen Umsetzungsdatum am 1. Januar 2027.  

Diese Unterscheidung ist wichtig. Die Unternehmen haben mehr Zeit für die Auswahl eines Anbieters, wobei sich das Ziel der Compliance nicht geändert hat. Die Botschaft ist Flexibilität bei der Vorbereitung, nicht eine Verzögerung des Mandats.  

Auch in der Dominikanischen Republik und in Malaysia gab es Verlängerungen, welche jedoch eher als Lockerung der Maßnahmen denn als Kursänderung verstanden werden sollten.  

In der Dominikanischen Republik erhielten kleine, mikro-, mittelgroße und nicht klassifizierte Steuerzahler eine automatische sechsmonatige Verlängerung, wodurch die Frist vom 15. Mai 2026 auf den 15. November 2026 verschoben wurde.  

In Malaysia hat das Inland Revenue Board seine FAQ zu elektronischen Rechnungen aktualisiert und bestätigt, dass Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz oder Ertrag zwischen 1 Mio. RM und 5 Mio. RM (ca. 250.000 USD bis 1,25 Mio. USD) bis zum 31. Dezember 2027 eine vorübergehende Erleichterung in Anspruch nehmen können, einschließlich der Möglichkeit, während dieses Zeitraums monatlich konsolidierte elektronische Rechnungen einzureichen. Diese Maßnahmen können den Druck kurzfristig verringern, aber sie entbinden nicht von der Notwendigkeit, sich vorzubereiten.  

Auch Katar gehört zu den Märkten, die man im Auge behalten sollte. Dies unterstreicht die Tatsache, dass immer mehr Regierungen die elektronische Rechnungsstellung in die Gesetzgebung aufnehmen. Das katarische Kabinett hat einen Gesetzesentwurf zur elektronischen Rechnungsstellung und die dazugehörigen Durchführungsverordnungen verabschiedet, mit denen ein rechtlicher Rahmen für elektronische Rechnungen und damit verbundene Mitteilungen geschaffen werden soll. Im Vergleich zu Märkten wie Frankreich, Spanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten befindet sich das Gesetz noch in einem frühen Stadium.  

Weitere wichtige Entwicklungen:  

  • Die Slowakei hat ihre FAQ zur elektronischen Rechnungsstellung mit mehr Details zum Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer, zur technischen Umsetzung und zu den Archivierungsanforderungen im Vorfeld des 1. Januar 2027 aktualisiert.  
  • Sri Lanka hat eine schrittweise nationale Integration von e-invoicing über die Web-API eingeleitet, wobei die vollständige Integration bis Ende 2026 erwartet wird.  
  • Belgien hat Entwürfe für Änderungen des Mehrwertsteuergesetzes im Zusammenhang mit ViDA vorangetrieben und seine FAQ zur elektronischen Rechnungsstellung aktualisiert.  
  • Kroatien hat neue FiskAplikacija-Leitlinien veröffentlicht.    
  • Deutschland und Frankreich haben bestätigt, dass die Veröffentlichung von ZUGFeRD 2.5 und Factur-X 1.09 schrittweise erfolgen wird.  

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Mai ist, dass die elektronische Rechnungsstellung immer operationeller, technischer und dringender wird. Die Regierungen bitten nicht mehr nur um Feedback oder signalisieren zukünftige Absichten. Sie veröffentlichen Schemata, klären Plattformmodelle, legen Anbieterpflichten fest, definieren Berichtsflüsse und bestätigen schrittweise Durchsetzungstermine.  

Die wichtigsten Erkenntnisse

Die Diskussion hat sich verschoben. Die Länder bewegen sich zwar in unterschiedlichem Tempo, aber die Richtung ist einheitlich: strukturierte digitale Rechnungsstellung, strengere Berichterstattung, größere Transparenz der Steuerbehörden und weniger Raum für manuelle Umgehungen. Unternehmen, die jetzt damit beginnen, diese Neuerungen in Systemanforderungen umzusetzen, werden in einer viel stärkeren Position sein, wenn die nächste Welle von Verordnungen in Kraft tritt.  

Für die Compliance-Teams heißt es nun, von der Beobachtung zur Mobilisierung überzugehen. Ermitteln Sie, welche Märkte Ihr Unternehmen betreffen, prüfen Sie, ob Ihre ERP- und Rechnungssysteme die lokalen Anforderungen unterstützen können, bestätigen Sie die Bereitschaft der Anbieter und erstellen Sie einen Zeitplan, der vom jeweiligen Einführungsdatum ausgeht. E-invoicing ist ein funktionsübergreifendes Bereitschaftsprogramm, an dem die Bereiche Steuern, Finanzen, IT, Beschaffung, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung sowie externe Dienstleister beteiligt sind. 

Erfahren Sie, wie Vertex Ihnen helfen kann.  

Autor des Blogs

Patricia Jordan

Patricia Jordan

EMEA E-Invoicing Solutions & Strategy Lead

Alle Veröffentlichungen von Patricia Ansehen

Patricia leads Vertex's EMEA e-Invoicing strategy and enablement across Europe. She has extensive experience delivering global tax transformation projects at Big 4 firms and leading tax software companies, working across English, Spanish, and Portuguese.

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