In einigen Unternehmen besteht eine Kommunikations- und Kooperationsdefizit zwischen den Abteilungen für Steuern und IT. Diese Kluft ist insofern bemerkenswert, als beide Gruppen an vielen der wichtigsten finanziellen Aktivitäten beteiligt sind, die täglich im gesamten Unternehmen stattfinden.
Nahezu jede Transaktion, die ein Unternehmen durchführt, hat steuerliche Auswirkungen, ob es sich um den Kauf, den Verkauf, die Nutzung oder den Transport von Waren handelt. Geschäftliche Entwicklungen wie geografische Expansionen, neue Produkteinführungen, Anpassungen der Lieferkette und andere strategische Initiativen haben ebenfalls steuerliche Konsequenzen, was man im Voraus einbeziehen und planen sollte. Darüber hinaus hängt fast jeder Prozess, den ein Unternehmen durchführt, von den technischen Systemen und Tools ab, die ihn unterstützen. Da Unternehmen immer datengesteuerter werden, steigt der Wert der analytischen Anwendungen und der Tools für künstliche Intelligenz (KI), die von der IT verwendet werden.
Diese Gemeinsamkeiten anzuerkennen ist ein guter Ausgangspunkt für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Steuer- und IT-Abteilungen. Es ist auch nützlich, wenn Führungskräfte für Steuern und IT verstehen, in welcher Situation sich ihre Kollegen heute befinden. Unter welchem Druck sie arbeiten, welche Herausforderungen sie bewältigen müssen und die sich verlagernden Prioritäten, die sie verwalten.
In dieser Hinsicht ist die McKinsey Global Tech Agenda 2026 hilfreich, die gegenwärtige IT-Trends und Prioritäten analysiert. Wenn Steuerverantwortliche sich vornehmen, effektiver mit ihren IT-Kollegen über Investitionen in die Steuerautomatisierung und andere Angelegenheiten zu kommunizieren, sollten sie die folgenden IT-Entwicklungen berücksichtigen:
IT-Entwicklung: Mehr CIOs nehmen an Diskussionen über Strategie teil
Der McKinsey-Umfrage zufolge – basierend auf den Antworten von 632 globalen Führungskräften auf Vorstandsebene und IT-Experten in den meisten Branchen – sind etwa zwei Drittel der CIOs in erfolgreichen Unternehmen stark bei der Entwicklung der Unternehmensstrategie involviert. Die „erfolgreichsten“ Unternehmen haben in den letzten drei Jahren sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) eine durchschnittliche Wachstumsrate von mindestens 10 % erzielt.
Steuerliche Auswirkungen: Einbeziehung des umfassenderen Steuertechnologie-Geschäftsszenarios
Da sich die Rolle der IT über den Kernbetrieb hinaus erweitert, werden die Geschäftsergebnisse zunehmend von IT-Führungskräfte aktiv gestaltet. Dies lässt die Annahmen zu, dass es sinnvoll wäre, wenn die Steuerverantwortlichen Business Cases zur Steuerautomatisierung erstellen würden, die eine Investition mit unternehmensweiten Ergebnissen verbinden, wie beispielsweise weniger Compliance-Risiken, agilere Abläufe, verbesserten Cashflow und schnellere Entscheidungsfindung. Versuchen Sie, die Steuerautomatisierung sowohl als strategische Fähigkeit als auch als Wettbewerbsvorteil zu betrachten, der die breiteren datengesteuerten Unternehmen unterstützt, für deren Aufbau sich CIOs einsetzen.
IT-Entwicklung: KI ist die höchste Investitionspriorität
KI hat die Cybersicherheit und Infrastrukturmodernisierung als Top-Priorität für Technologieinvestitionen in den nächsten zwei Jahren überholt. Dieser Einblick entspricht dem, was Vertex Inc. innerhalb von IT-Abteilungen beobachtet. Um es im Sinne meines Kollegen Chris Zangrilli, Vice President of Technology Strategy bei Vertex, zu formulieren: IT-Führungskräfte konzentrieren sich darauf, zentralisierte Governance für die KI-Implementierung zu etablieren, zu modernisieren, um KI in großem Umfang zu unterstützen und messbare Erfolgskennzahlen zu definieren, die an die operative Wirkung gebunden sind, neben weiteren KI-bezogenen Prioritäten.
Steuerliche Auswirkungen: Hervorheben der KI-Tools und Funktionen in Steuerautomatisierungslösungen
Vertex integriert nun intelligente Automatisierung und andere KI-Fähigkeiten in seine Steuerautomatisierungsplattformen. Anstatt die IT-Abteilung einfach um die Finanzierung einer neuen Steuerlösung zu bitten, sollten die Verantwortlichen für Steuern mit der IT-Abteilung besprechen, wie eine Investition in Steuertechnologien dazu beitragen würde, die IT-Strategie des Unternehmens auf die Steuerabteilung auszuweiten.
IT-Entwicklung: Geschwindigkeit entwickelt sich zum bevorzugten Maßstab für den IT-Erfolg
IT-Führungskräfte konzentrieren sich weniger auf Leistungskennzahlen im Zusammenhang mit Effizienz und Kostensenkung, sondern mehr auf das Messen der Geschäftsgeschwindigkeit und Agilität, da dies Indikatoren für die Schaffung und Erhaltung eines Wettbewerbsvorteils sind.
Steuerliche Auswirkungen: Hervorheben, wie die Steuerautomatisierung die organisatorische Agilität unterstützt
Kosteneinsparungen bleiben ein wichtiger Bestandteil des Business Case für Steuertechnologien. Steuerverantwortliche sollten jedoch auch prüfen, wie eine neue Technologieinvestition die Reaktionszeit auf regulatorische Änderungen verkürzt, die Steuer-Compliance-Anforderungen in einer neuen Steuergerichtsbarkeit verbessert oder zu einem schnelleren und effektiveren Integrationsprozess nach einer Fusion beiträgt.
In dem McKinsey-Bericht wird außerdem eine bemerkenswerte Veränderung in der Art und Weise beschrieben, wie IT-Abteilungen mit dem Rest des Unternehmens interagieren. Anstatt sich auf die traditionellen jährlichen Budgetzyklen zu verlassen, entwickeln und iterieren immer mehr IT-Teams im Laufe des Jahres Technologie-Investitionsstrategien, häufig in enger Abstimmung mit Geschäfts- und Funktionsgruppen. Daraus ergibt sich für Steuerverantwortliche die Möglichkeit, regelmäßige Check-ins mit der IT im Laufe des Jahres zu planen, um über die sich entwickelnde Technologiestrategie auf dem Laufenden zu bleiben.